Der Mariendom (Maria, Königin des Friedens) in Neviges ist eine bedeutende Wallfahrtskirche und ein herausragendes Beispiel moderner Sakralarchitektur der Nachkriegszeit. Entworfen von Gottfried Böhm und zwischen 1966 und 1968 errichtet, zeichnet sich der Bau durch seine monumentale, skulpturale Betonstruktur aus, die in kristallinen, zackigen Formen das Landschaftsbild prägt. Die ungewöhnliche, fast felsartige Außenwirkung setzt sich im Innenraum fort: die kraftvolle Betonkonstruktion und das gezielte Spiel von Lichtquellen schaffen eine meditative Atmosphäre, die Besucher und Pilger gleichermaßen anspricht. Farbige Fenster und künstlerische Ausstattungsdetails tragen zu dem dynamischen Licht- und Farberlebnis bei. Neben seiner liturgischen Funktion gilt der Mariendom als wichtiges Ziel für Architekturinteressierte und Wallfahrer und wird in der Architekturkritik als eines der international bedeutsamen Sakralbauten der 1950er/60er Jahre gewürdigt.